Blutegeltherapie

 

Kosten

45,- €   Einzelbehandlung
160,- € 4 Folgebehandlungen

zzgl. je angesetzten Egel 8,50 €



Die Blutegeltherapie zeigt im Rahmen der Schmerztherapie bei Hunden (sowie auch bei Menschen) mit Gelenkserkrankungen große Erfolge.  

Sie eignet sich auch hervorragend für ältere Hunde, da die inneren Organe wie Herz, Leber und Nieren bei der Blutegeltherapie nicht belastet werden.  

Die Blutegel werden von den Hunden fast immer gut toleriert, was sie zu „willkommenen Helfern“ macht.       

Für die Blutegeltherapie verwende ich ausschließlich medizinische Blutegel aus einer Blutegelzucht. Damit ist  gewährleistet, dass die Blutegel steril und somit für den medizinischen Einsatz geeignet sind.

 

Einsatzgebiete der Blutegeltherapie bei Hunden: 

  • Arthritis
  • Arthrose
  • Hüft- und Ellenbogengelenksdysplasie
  • Spondylose
  • Bandscheibenvorfälle (auch akut)
  • Sehnenentzündungen
  • Schleimbeutelentzündungen
  • schlecht heilende Wunden 

 

Falls auf Ihren Hund eine der folgenden Kriterien zutrifft, darf keine Blutegeltherapie durchgeführt werden: 

  • Körpergewicht unter 8 kg
  • Gerinnungsstörungen
  • Einnahme blutverdünnender Medikamente
  • Immunschwäche
  • Niereninsuffizienz (Unterfunktion der Niere/n)
  • Anämie (Blutarmut)
  • Diabetes
  • Tumore
  • Trächtigkeit 

 

Vorbereitung Ihres Hundes auf die Blutegeltherapie:  

Mindestens 2 Tage vor der Behandlung dürfen keine Duftstoffe, Shampoos oder Salben auf jene Hautpartien aufgebracht werden, auf die die Blutegel angesetzt werden sollen. Blutegel sind sehr sensible Tiere und beißen bei Irritationen nur schlecht bis gar nicht. Auch bei der Behandlung mit Spot-on-Präparaten, Wurmkuren, Antibiotika- oder Cortisongaben beißen die Blutegel nicht. In diesem Falle muss ein Zeitraum con ca. 1-3 Wochen abgewartet werden, bis der Körper wieder frei von diesen Stoffen ist.

Auf die Fütterung von Knoblauch oder anderen ätherischen Substanzen sollte ebenfalls mind. 2 Tage vor der Behandlung verzichtet werden.        

Ablauf einer Blutegeltherapie:  

Beim therapeutischen Einsatz werden die Egel an die betroffenen Stellen oder auch an Akupunkturpunkte des Körpers angesetzt. Der Biss des Egels ist nahezu schmerzfrei. Dies beweist am besten, dass behandelte Tiere nicht versuchen, den Egel loszuwerden. Um dem Blutegel den Biss zu erleichtern, wird bei Hunden mit kürzerem Fell oder dichter Unterwolle eine kleine Stelle rasiert.  

Nach ca. 30-90 Minuten ist der Blutegel gesättigt und fällt ab. An den winzigen Bissstellen kann es zu unterschiedlich starken Nachblutungen aus den Wunden kommen. Die Nachblutungen gehören zur Therapie und können bis zu 24 Stunden dauern. Das Nachbluten darf keinesfalls unterbunden werden, da es die Wunde reinigt und sie von Keimen befreit.

Die Wunde kann anschließend mit einem lockeren Verband abgedeckt werden, um zu verhindern, dass der Hund an der Wunde leckt.  

Nach der Behandlung kann sich der Hund frei bewegen, allerdings sollte er am Tag der Behandlung ausruhen können und nicht unbeaufsichtigt sein.    

Wie viele Blutegel werden pro Behandlung angesetzt?  

Die Anzahl der Egel kommt auf die Schwere der Erkrankung und auf die jeweilige Körperstelle an. In der Regel werden 2-4 Blutegel pro Behandlung gesetzt.    

Wie lange dauert die Behandlung?  

Die Behandlungsdauer richtet sich nach dem Saugakt der Egel. Eine Behandlung kann zwischen einer Stunde und 2 ½ Stunden dauern. Diese Zeitspanne sollten Sie einplanen.    

Eintritt der Wirkung:  

Die Wirkung einer Blutegeltherapie ist bei jedem Hund unterschiedlich. In vielen Fällen tritt die schmerzlindernde Wirkung unmittelbar nach der Behandlung ein, in anderen Fällen nach 1-5 Tagen. Bei akuten Prozessen reicht oftmals eine einzige Behandlung aus. Bei chronischen Erkrankungen sollte die Behandlung ggf. nach 2-3 Wochen wiederholt werden.    

Wie häufig ist eine Behandlung notwendig?  

Bei akuten Entzündungen genügt oft eine einmalige Behandlung. Bei Schulter-, Hüft-, Ellenbogen- und Knieerkrankungen bzw. chronischen Schmerzen haben sich zwei im Abstand von 4 bis 8 Wochen durchgeführte Sitzungen bewährt.  

Die schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung hält unterschiedlich lang an.

Die Schmerzfreiheit kann ein paar Wochen bis mehrere Jahre anhalten. Die Blutegeltherapie ist jederzeit wiederholbar, wenn die schmerzlindernde Wirkung nachlässt.    

Was kostet eine Behandlung?  

Kosten für eine Behandlung: Eine Blutegeltherapie für einen Hund kostet pro Sitzung 45 Euro, zuzüglich der angesetzten Egel (8 EUR pro Egel).    

Nebenwirkungen:  

Narben

Normalerweise verheilt die Bissstelle so dass sie innerhalb weniger Wochen nicht mehr sichtbar ist. Die sichtbaren Narben sind normalerweise sehr klein und als punktförmige Hautaufhellung sichtbar.  

Blutergüsse

Rund um die Bissstelle kommt es öfters zu Blutergüssen, die sich jedoch innerhalb weniger Tage wieder vollständig auflösen.  

Rötung, Juckreiz, Lokale Reaktion

Ca. 1 bis 48 Stunden nach der Blutegelbehandlung kommet es zu einer leichten Schwellung, verbunden mit einem Juckreiz - vergleichbar mit einem Mückenstich. Dies entsteht durch ein histaminähnliches Sekret des Blutegels. Die Wirkung ist auf die Bissstelle lokal begrenzt. Der Juckreiz kann für den Patienten sehr unangenehm sein und ihn zum Kratzen veranlassen. Dadurch entsteht die Gefahr einer Wundinfektion!

Linderungsmöglichkeiten: kalte Umschläge z.B. auch mit essigsaurer Tonerde oder Salben gegen Mückenstiche  

Kreislaufschwäche

Es kann nach der Blutegelbehandlung eine Kreislaufschwäche auftreten, die wahrscheinlich durch das Sekret des Blutegels ausgelöst wird. (nicht durch den Blutverlust selbst da dieser relativ gering ist) Deshalb sollte der Hund nach der Behandlung geschont werden und zum Trinken animiert.    

Seltene Nebenwirkungen einer Blutegeltherapie:  

Wundinfektionen

Die in der Literatur beschriebenen Fälle zu einer aufgetretenen Infektion nach einer Blutegelbehandlung, stehen alle im Zusammenhang mit dem Bakterium Aeromonas hydrophila als möglichen Infektionserreger. Das Bakterium Aeromonas hydrophila gehört zu den Darmbakterien des Blutegels und wird für die Verdauung benötigt. Das Bakterium findet man auf der Haut und auf den Saugnäpfen der Blutegels, jedoch nicht im Sekret, dass in den Patienten abgegeben wird. 

Die meisten beschriebenen Fälle konnten durch Antibiotikatherapie erfolgreich behandelt werden. Zu schweren Infektionen kam es nur bei Patienten mit einem stark geschwächten Immunsystem.  

Allergische Reaktionen 

Allergische Reaktionen im Zusammenhang mit einer Blutegeltherapie treten sehr selten auf und wenn, dann meistens nur lokal begrenzt. Solche lokalen Reaktionen lassen sich mit Mitteln die bei pseudoallergischen Reaktionen eingesetzt werden gut behandeln.  

Verstärkte oder lang anhaltende Nachblutung 

In seltenen Fällen kann die Nachblutung heftiger wie gewohnt ausfallen. Durch das Anlegen eines entsprechenden Druckverbandes kann aber eine solche Nachblutung gut gestillt werden.